Die Kunst der Annahme

Seit mehr als drei Wochen sind wir nun unterwegs, haben viele Orte gesehen und einiges erlebt.
Rückblickend war es eine der schönsten und beeindruckendsten Zeiten meines Lebens. Allerdings gab es in dieser Zeit auch Momente, in denen ich das alles nicht so sah.

Nur am nörgeln!?
In Wirklichkeit war es sogar so, dass ich bzw. wir alle drei an jedem Ort, an dem wir waren eine Phase der Nichtakzeptanz hatten. Es klingt vielleicht so, als würden wir pingelig sein, als würden wir überall einen Fehler suchen und an allem nörgeln.

Einmal war die Unterkunft zu finster, einmal hat es schlecht gerochen, ein anderes mal passte das Frühstück nicht und das nächste Mal gab es kein Moskitonetz, dafür aber scheinbar unendlich viele Mücken.

Überall gab es irgendetwas anderes auszusetzen. Aber eines haben offenbar alle Orte gemein: sie lehren uns, Erwartungen abzulegen und anzunehmen, was da ist. Mittlerweile habe ich erkannt, dass kein perfekter Ort existiert, dass es überall Dinge gibt, die man kritisieren, ändern und verbessern kann.

Den Fehler im Außen suchen
Es liegt nicht an den Gegebenheiten. Es sind unsere eigenen Vorstellungen darüber, wie ein Ort sein muss, wie das Leben sein muss, um es genießen zu können. Entspricht die örtliche Situation nicht den eigenen Erwartungen, beginnen wir den Fehler im Außen zu suchen, anstatt unsere innere Haltung zu ändern.

Es ist immer das selbe Spiel. Überall wo wir hinkommen begegnet uns diese kleine ‚Krise‘. Und langsam wird mir bewusst, dass es mir selbst gar nicht darum geht, dass es zum Frühstück keine Papayas gibt, dass mein Schlafzimmer etwas ‚feucht‘ riecht oder dass es kein hauseigenes Moskitonetz gibt (wo wir doch sowieso unser eigenes dabei haben). Vielmehr müssen wir offenbar lernen, das Leben, jede Situation, die uns begegnet, so anzunehmen, wie sie ist.

Zurückstecken vs. annehmen
Früher hätte ich es so empfunden, dass ich ‚zurückstecken‘ muss. Aber ich denke, genau das Gegenteil ist der Fall. Umso mehr ich mit den Umständen hadere, umso mehr ‚Probleme’ tun sich auf und umso mehr hab’ ich das Gefühl, zurückstecken zu müssen.

Je mehr ich mich aber für die Dinge um mich herum öffne und akzeptiere was da ist, desto mehr zeigt mir dieser Ort seine eigene, wahre Schönheit. Und plötzlich wird aus einem vermeintlichen ‚Zurückstecken‘ eine Fülle an unerwarteter, wundervoller Erlebnisse und Begegnungen.

Das Leben bietet einfach so viel mehr, als unser eigeneren Verstand sich vorzustellen vermag. Ich bin gespannt, wie lange mein Kopf braucht, um dies zu akzeptieren. Bis dahin übe ich mich in der Kunst der Annahme.

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